Tagebuch

Urlaub
Mallorca 2017     erster Tag: vom Start lesen

Di 24.01. - Spaziergang durchs Wasser
Auf den höheren Bergen liegt immer noch Schnee, hier unten hat sich der Regen erst mal verzogen und es sieht so aus, als ob es ein trockener Tag werden könnte. Dachte ich zumindest. Dass aber die im letzten Sommer stark ausgetrocknete Erde die Wassermassen nicht aufnehmen kann, die Schneeschmelze in den Bergen, und die meist fehlenden oder ungenügenden Abflußrinnen neben den Straßen immer noch total überfordert sind, hatte ich nicht bedacht.


Mein Rundweg ums Dorf, abwärts über kleine camis, vorbei an einzelnen fincas war daher keineswegs trocken. Anfangs gins noch, nur 1 - 2 cm hoch lief das Wasser teilweise über die gesamte Breite, teilweise musste ich öfters die Seiten wechseln um nicht ins Tiefe zu tappen. 


Einige Grundstücke liegen noch komplett unter Wasser. Die Bauern fürchten um ihre Ernte. Überall gluckert und rauscht es, tausende von kleinen und größeren Bächen, sprudelnde Gullis, überlaufende Rinnen. Und dann musste ich erst mal Pause machen und überlegen:


Hier konnte ich nicht weiter. Die Gummistiefel der beiden da vorne zeigten es deutlich: mit meinen Wanderschuhen, die die bisherigen 2 cm gut trocken durchgehalten hatten, konnte ich hier nicht mehr durch. Rechts und links Zäune und unbegehbare Mäuerchen, also kein Ausweichen möglich. Vereinzelt durchquerten Autos sehr langsam und vorsichtig den See und ich überlegte, ob ich eins anhalten und um Übersetzen bitten sollte. Aber dann setzte ich doch lieber auf meine altbewährte Methode: Schuhe und Strümpfe aus, Hose hoch gerollt, und einfach durch. Ich hatte das ja schon früher in unseren Bergen, einmal sogar im Winter durch einen kleinen Bach, weil zu faul, außen herum zu gehen, gemacht und wusste, wie angenehm warm die Füsse danach werden. Das wasser war gut knöcheltief, kalt natürlich und ich musste gleich zwei Stellen hintereinander durchwaten. Der grobkörnige Asphalt hat meine Füsse schön warm massiert und am Ende der Strecke erwartete mich ein kleines Mäuerchen zum Hinsetzen und Füsse trocknen. Aus einem vorbeifahrenden Auto (zum Glück nicht im tiefen Wasser!) hat mich einer angegrinst.

Weiter ging es, jetzt wieder leicht bergauf und ich hoffte, dass es jetzt wieder trockener werden würde, aber weit gefehlt! Bis kurz vor meinem Dorf lief noch massenweise Wasser über die Strasse aus den Gärten und Rinnen, Hunde platschten bellend durch Seen, aber alle Stellen waren wieder Wanderschuh-geeignet. Als ich zu Hause ankam, war die Sonne leider schon aus dem Garten verschwunden.
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